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Kinder lernen durch Vorbilder

08.09.2017 | von Juliane Reinsch

Kinder halten uns oft den Spiegel vor. Wir sind Vorbilder für unsere Kinder und das kann auch für uns Eltern eine Bereicherung sein.

Kinder lernen durch Vorbilder – das ist tatsächlich nicht einfach eine Behauptung, sondern eine gut erforschte Tatsache. Nachahmung von Verhaltensweisen können wir schon bei Säuglingen beobachten.

Zunächst lächeln Babys noch unbewusst. Als mich mein Sohn das erste mal angelächelt hat, war ich im 7. Himmel. Sein unbewusstes Lächeln hat ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert. So lernen Säuglinge irgendwann bewusst zu lächeln. Sie verbinden es mit dem wohligen Gefühl von Sicherheit, wenn ihre Bezugsperson sich ihnen zuwendet.

Kinder beobachten ihre Umwelt sehr genau, denn sie wollen lernen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten etwas zu lernen, dazu gehört unter anderem auch, etwas immer wieder auszuprobieren. Nicht zu unterschätzen ist jedoch unsere Vorbildwirkung.

Wir sind uns dessen oft gar nicht bewusst. Aber alles was wir tun, gibt unseren Kindern ein Vorbild. Ein Beispiel dafür, welches Verhalten in bestimmten Situationen möglich ist. Und dann wird es natürlich ausprobiert.

Wenn ich also möchte, dass mein Kind etwas bestimmtes lernt, macht es absolut Sinn, mich entsprechend zu verhalten. Ich möchte, zum Beispiel, dass meine Kinder einen liebevollen geschwisterlichen Umgang miteinander haben. Dass sie großzügig sind und auch Fehler verzeihen können.

Wenn ich allerdings immer wieder meine Kinder oder meinen Mann kritisiere, lebe ich ihnen ein ganz anderes Verhalten vor. Ich verzeihe Fehler nicht großzügig, sondern zeige immer wieder: „Du bist nicht gut genug! Du entsprichst nicht meinen Vorstellungen!“

Ich bin also nicht das Vorbild, welches ich eigentlich sein möchte. Ich werde meinen Vorstellungen und Wünschen nicht gerecht. Wenn meine Kinder sich dann streiten und gegenseitig Vorwürfe machen, zeigen sie genau das Verhalten, welches ich vorlebe.

Aus diesem Grund sind meine Kinder die größte Bereicherung in meinem Leben. Durch sie bekomme ich mitunter schmerzhaft den Spiegel vorgehalten. Ich habe aber die Chance mich zu erkennen und vor allem großzügig mit mir selbst zu sein. Mir zu verzeihen, dass es mir nicht immer gelingt meinen Ansprüchen gerecht zu werden. Kann ich mir verzeihen, schaffe ich auch den Schritt anderen zu verzeihen. Genauso kann ich ein Vorbild für meine Kinder sein.

Ich vertraue darauf, dass mein Verhalten sich dann positiv auf meine Familie auswirkt und wir ein Zusammenleben gestalten, in dem wir uns alle angenommen fühlen können.

Haben dir deine Kinder schon einmal den Spiegel vorgehalten? Welches Vorbild möchtest du sein? Ich freue mich über deinen Kommentar.

 

Kommentare
  • Du hast so recht! Ich war letzte Woche zum Elternabend in unserer Schule. Die Lehrerin hatte ein Zitat von Maria Montessori an die Tafel geschrieben „Erziehung ist Vorbild sein und sonst nichts als Liebe.“ Das passt sehr schön, zu dem, was du geschrieben hast.

    • Liebe Bettina, wie schön, dass die Lehrerin diesen Gedanken beim Elternabend geteilt hat!

Ich freue mich über einen Kommentar

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