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Erkenne deine Stärke und nutze sie, um Konflikte zu lösen

22.08.2017 | von Juliane Reinsch

Jeder von uns hat seine besonderen Stärken. Erfahre, wie du über dich hinauswächst und dadurch Konflikte lösen kannst.

Das Leben umfasst unterschiedliche Bereiche und sie sind alle wichtig. Im ILP® werden die Lebensbereiche Fühlen, Denken und Handeln beschrieben.

Wir können Spaß haben mit unseren Kindern, Zuneigung für unseren Partner empfinden, traurig sein oder Mitgefühl haben. Das ist der Lebensbereich Fühlen.

Wir können uns konzentrieren, aus der Vergangenheit lernen, Gelassenheit empfinden oder etwas klar sehen. Das gehört zum Lebensbereich Denken.

Wir können uns Ziele setzen, Entscheidungen treffen oder Verantwortung übernehmen. Das ist der Lebensbereich Handeln.

Fühlen, Denken, Handeln

Jeder Mensch hat Kompetenzen in jedem dieser Bereiche. Wir brauchen diese, um im Leben zurechtzukommen. Und dennoch hat jeder von uns seine besondere Stärke in einem dieser Bereiche. Wir sind Experten im Fühlen, Denken oder Handeln. Und das ist gut. Vor allem ist es gut zu wissen, worin ich besonders stark bin und was die Stärke meines Partners ist oder die meines Kindes. Denn die unterschiedlichen Herangehensweisen können zu Missverständnissen führen. Und Missverständnisse führen zu Konflikten.

Ich selbst bin ein Handlungstyp. Es fällt mir leicht Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Allerdings darf ich dabei nicht meine Mitmenschen vergessen und über ihren Kopf hinweg entscheiden. Denn das führt zu Konflikten und ich habe diese Erfahrung bereits gemacht.

Wie ich selbst Konflikte verursache

Ich übernehme gern und schnell die Verantwortung. Dabei muss ich das gar nicht immer. Ich kann anderen ebenso zugestehen, dass sie ihre eigenen Lösungen finden und ihre eigenen Entscheidungen treffen.

Wenn ich für jeden Geschwisterstreit sofort eine Lösung parat habe, lernen meine Kinder nicht, ihre eigenen Lösungen zu finden. Ich bin nicht in Beziehung mit ihnen. Außerdem nehme ich ihnen die Möglichkeit, ihren Umgang miteinander auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln. Meine Lösung muss auch nicht die Lösung meiner Kinder sein. Sie sind vielleicht noch gar nicht an dem Punkt eine Lösung für ihren Streit zu suchen. Stattdessen wollen sie in ihrem Gefühl gesehen und angenommen werden.

In der Vergangenheit habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich sehr pflichtbewusst bin. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – ein Motto, welches mich über einen langen Zeitraum begleitete. Wenn ich meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse aus dem Blick verliere, geht es mir schlecht. Ich powere mich aus und bin darüber hinaus enttäuscht, dass ich keine Anerkennung für meine Mühe bekomme.

Kann ich denn keine Anerkennung erwarten? Zuerst sollte ich klären, ob das was ich tue auch erwünscht ist. Ob es genau das ist, was gerade gebraucht wird. Dazu muss ich die Bedürfnisse meiner Kinder oder meines Mannes wahrnehmen. Mir tut es gut, in mich hinein zu spüren: wie geht es mit damit so zu handeln?

Jede Medaille hat zwei Seiten

Es ist tatsächlich so, dass es einerseits gut ist, wenn wir in einem Bereich (Fühlen, Denken, Handeln) Experte sind. Andererseits können sich daraus Konflikte ergeben, die sich mit noch mehr von unserer jeweiligen Stärke nicht lösen lassen. Wenn ich also schnell Entscheidungen treffen kann, heißt es noch lange nicht, dass meine Familie alle meine Entscheidungen gut findet und ich damit jedem einen Gefallen tue. Wenn ich dann den Ärger meiner Familie nicht ernst nehme und einfach weiter Entscheidungen ohne Rücksprache treffe, also handele, wird sich das Problem eher noch verschärfen.

Es kann auch sein, dass ich, wenn ein Problem vorliegt und ich versuche es zu vermeiden. Ich möchte eine Lösung finden und verschließe mich vor meinen Gefühlen. Stattdessen fange ich an zu handeln – ich räume auf, erledige die Wäsche, backe einen Kuchen, gehe zum Sport… Das Problem lässt sich dadurch jedoch nicht aus der Welt räumen und mir geht es weiterhin schlecht.

Das Dreieck

 

Jede Ecke des Dreiecks steht für einen der Lebensbereiche. Fühlen in der grünen Ecke, Denken in der blauen Ecke und Handeln in der roten Ecke. Die Pfeile von einer Ecke zu nächsten verlaufen im Uhrzeigersinn und zeigen unseren nächsten Entwicklungsschritt an.

Wie können Konflikte also gelöst werden?

Es ist wichtig für uns, in Problemsituationen ein Schritt weiter zu machen. Wir können Probleme, die durch unsere Kompetenz im Fühlen, Handeln oder Denken entstanden sind, nicht durch noch mehr davon lösen.

Es gut nun in den Bereich zu gehen, der im Dreieck als nächstes folgt.

Wer in der Ecke „Fühlen“ zu Hause ist, sollte zur Ruhe kommen, Klarheit gewinnen, in seine Mitte finden – die Stärken des „Denkers“.

Wer gut im Nachdenken ist, sollte sich anfeuern und ermutigen nun den ersten Schritt zu machen. Statt das Für und Wider weiterhin abzuwägen und ins Grübeln zu verfallen, tätig werden, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Das sind Stärken des Handlungstypen in der roten Ecke.

Wer schnell Verantwortung für andere übernimmt und wem es leicht fällt Entscheidungen zu treffen, sollte seine Mitmenschen und den Spaß beim Tun nicht aus den Augen verlieren – klare Stärken der Menschen in der grünen Ecke „Fühlen“.

Es ist nicht leicht, inne zu halten und sich selbst zu reflektieren. Dazu brauen wir Übung. So können wir aus eingefahrenen Gewohnheiten herausfinden. Wenn wir diesen Schritt tun bereichern wir uns. Die nächsten Schritte im Dreieck fallen uns dann leicht und führen uns in unsere Stärke zurück. Auf eine Art, die uns wieder gut tut.

Erkennst du deine Stärke wieder? Hinterlass mir einen Kommentar.

 

 

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