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Bindung und Eingewöhnung

22.06.2018 | von Juliane Reinsch

Nach den Schulferien beginnt für viele Familien ein neuer Lebensabschnitt. Der Beginn der Eingewöhnung in eine Betreuungseinrichtung oder die Einschulung wirft die Frage auf: wie wird sich mein Kind in der neuen Situation zurecht finden? Dieser Artikel erklärt Eingewöhnung, Bindung und wie Eltern dabei unterstützen können.

Nach den Sommerferien beginnt für viele Kinder und Eltern ein neuer Lebensabschnitt. Die einen Kinder wechseln von der Kita in die Schule, die anderen werden zum ersten Mal fremd betreut. Wie funktioniert Eingewöhnung? Wie können Eltern und Pädagogen sie mit Blick auf die Bindung von Kindern gestalten?

Auch für Eltern ist das eine aufregende Zeit. Viele kehren nach der Elternzeit an ihren Arbeitsplatz zurück. Im Alltag der Familien wird sich einiges ändern. Es ist kein Wunder, dass diese Veränderung Fragen und Unsicherheit mit sich bringt.

In diesem Artikel werde ich darauf eingehen, was Bindung ist und wie die Eingewöhnung bindungsgerecht gestaltet werden kann. Was Eltern, Einrichtungen und Pädagogen dafür tun?

Ich schreibe aus meiner Sicht als Mutter, unterstützt durch meine berufliche Erfahrung als Pädagogin. In einer Betreuungseinrichtung arbeiten nicht nur Erzieher, es gibt Bundesfreiwilligendienstleistende, Praktikanten, angehende Erzieher in Ausbildung usw. Daher habe ich im Text die Bezeichnung Pädagoge oder Betreuer verwendet. Die Eingewöhnung wird normalerweise von einem/-er ausgebildeten Erzieher/-in begleitet.

Was ist Bindungsgerechte Eingewöhnung?

In Kitas ist in der Regel eine Eingewöhnungszeit vorgesehen. In dieser Zeit können Eltern, oder die Bezugsperson, welche die Eingewöhnung begleitet, ihr Kind in der neuen Situation unterstützen. Erzieher können diese Zeit nutzen, um mit dem Eingewöhnungskind erste vertrauensbildende Situationen zu meistern. Wenn es zu aufregend wird, kann das Kind Geborgenheit bei seinen Eltern finden.

Man kann sich Bindung wie ein Gummiband vorstellen, welches zwischen dem Kind und seiner Bindungsperson gespannt ist. Es ist dehnbar. Wird es zu straff gespannt, kann es durch Nähe wieder gelockert werden. Da jedes Kind eine andere Persönlichkeit hat, kann eine bindungsgerechte Eingewöhnung nicht pauschal geplant werden. Sie benötigt den Austausch der Beteiligten, Wahrnehmung der Bedürfnisse der Kinder, Flexibilität, Zeit und Offenheit im Umgang miteinander.

Gesetzlicher Rahmen für Eingewöhnung

Der gesetzliche Rahmen sieht in Berlin vier Wochen für die Eingewöhnungszeit vor. Der benötigte Kitagutschein wird für vier Wochen vor dem benötigten Betreuungsbeginn ausgestellt. Es ist sinnvoll ein zusätzliches Zeitpolster einzuplanen. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Kind nach vier Wochen bereits eine zuverlässige Bindung aufbauen konnte. Kommen Krankheit oder Feiertage dazu, schmelzen vier Wochen schnell dahin.

Es gibt Kinder, welche es sehr schnell schaffen, sich in der neuen Situation zu Recht zu finden. Aber wenn Kinder sechs Monate benötigen, um genügend Vertrauen aufzubauen, ist das ebenfalls nicht ungewöhnlich. Vorher ist abzuklären, wie eine Einrichtung mit so langen Eingewöhnungszeiten umgeht. Nicht alle Einrichtungen lassen sich darauf ein.

Was ist Bindung?

Kinder brauchen Bindung, um sich gut zu entwickeln, zu entdecken und zu lernen. Bindung entsteht durch Vertrauen und Nähe. Bereits Neugeborene machen die Erfahrung, dass sie versorgt werden und ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Die Personen, welche zuverlässig für sie da sind und ihre Bedürfnisse erkennen und erfüllen, werden ihre ersten Bindungspersonen. In der Regel sind die ersten Bindungspersonen die Eltern, aber auch Großeltern oder Babysitter können wichtige Bindungspersonen sein. Mit zunehmendem Alter können weitere Bindungspersonen dazu kommen.

Sicherheit und Bindung
Geborgenheit

Ein Kind braucht die Erfahrung, dass seine Bedürfnisse wahr genommen werden und es entsprechend versorgt wird. Zu den grundlegenden Bedürfnissen nach Nahrung, Geborgenheit und körperlichem Wohlbefinden, kommen nach und nach weitere. Ein Kind möchte die Welt entdecken und seine Fähigkeiten ausprobieren. Die wiederholte Erfahrung, dass es jederzeit zur Sicherheit seiner liebsten Bindungsperson zurückkehren kann, ermöglicht diesen natürlichen Lernprozess.

Was brauchen Kinder für eine bindungsgerechte Eingewöhnung?

Ein Kind braucht vor allem Zeit. Wie lange diese Eingewöhnungsphase dauert und wann eine stabile Bindung zur neuen Bezugsperson da ist, hängt von verschiedenen Umständen ab.

Kinder von Natur aus unterschiedlich. Einige können sich schneller auf neue Situationen und Personen einstellen, andere brauchen länger.

Sie brauchen Personen, die zuverlässig ihre Bedürfnisse erkennen und sie bei der Erfüllung unterstützen.

Die Rahmenbedingungen in der Betreuung von unter dreijährigen entsprechen nicht den Bedürfnissen der Kinder. In Berlin ist der Betreuungsschlüssel für Kinder unter drei Jahren auf 1:6, also einem Betreuer auf maximal 6 Kinder festgelegt. Meine Internetrecherchen haben ergeben, dass der Betreuungsschlüssel beispielsweise in Sachsen mit 1:5 und in Bremen mit 1:3,1 festgelegt ist.

Mit einem  Jahr benötigen Kinder immer noch viel Unterstützung bei der Erfüllung ihrer Bedürfnisse. Sie können ihre Bedürfnisse noch nicht klar äußern und sie brauchen aufmerksame Betreuer. Betreuer, welche die Kinder gut kennen, ihre Bedürfnisse erkennen und sie beim Warten und dem dazugehörigen Frust begleiten. Welche Herausforderung das ist, können Eltern aus eigener Erfahrung einschätzen. Je mehr Kinder eine Person versorgt, desto eher kommt es zu Situationen, in denen Kinder die Erfüllung ihrer Bedürfnisse aufschieben müssen.

Da Kinder noch sehr stark im Moment leben und wenig oder keine Vorstellung von zeitlichen Dimensionen haben, ist es schwer für sie zu warten. Sie in ihrem Frust zu begleiten ist wichtig. Dadurch können unsere Kinder die Erfahrung machen, dass ihr Bedürfnis gesehen und ernst genommen wird, auch wenn es vielleicht nicht sofort erfüllt werden kann.

Auf der Seite des Deutsche Instituts für Jugend und Gesellschaft ist ein Artikel von Prof. Dr. Gerald Hüther über die „Bedeutung emotionaler Sicherheit für die Entwicklung des kindlichen Gehirns“ nachzulesen. Prof. Dr. Gerald Hüther beschreibt die Bedeutung emotionaler Bindungen für die kindliche Entwicklung.

Unerfüllte Bedürfnisse und Folgen

Wenn Kinder regelmäßig die Erfahrung machen, dass ihre Bedürfnisse nicht wahrgenommen und nicht erfüllt werden, ist das eine bedeutende Lernerfahrung. Vielleicht fordern sie ihre Bedürfnisse nicht mehr so stark ein und es entsteht der Eindruck, sie hätten gelernt zu warten. Vielleicht äußert sich ihre Unzufriedenheit auf andere Weise. Bleibt der Ursprung der Unzufriedenheit unklar, belastet das die Beziehung zwischen Kind und begleitendem Erwachsenen.

Bleiben Bedürfnisse regelmäßig für längere Zeit unerfüllt, hat das einen Einfluss auf die Entwicklung. Weiterführende Entwicklungsaufgaben werden erst dann gemeistert, wenn grundlegende Bedürfnisse weitestgehend erfüllt sind.

Bedürfnisorientierung ist für Pädagogen eine enorme Herausforderung im Betreuungsalltag. Es gibt Bedürfnisse, wie das Getragen werden, körperliche Nähe, Ruhe und sich allein ausprobieren zu können, welche aufgrund der Rahmenbedingungen nicht (zeitnah) erfüllt werden können. Damit umzugehen und dennoch eine gute Begleitung der Kinder zu gewährleisten, ist menschlich eine riesige Herausforderung.

Das können Eltern tun

Wenn eine Fremdbetreuung notwendig ist, sollten Eltern darauf achten, dass die Rahmenbedingungen so gut wie möglich passen. Dazu gehören die Gruppengröße, der Betreuungsschlüssel und der persönliche Kontakt der Eltern zu den Pädagogen, welche das Kind betreuen werden.

Auch für Eltern ist es wichtig Vertrauen zu den zukünftigen Betreuern entwickeln können. Das wirkt sich positiv auf das Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Betreuer aus.

Eltern können ihr Kind in der Eingewöhnungszeit dadurch unterstützen, dass sie da sind. Gleichzeitig sollten sie der Betreuungsperson Raum geben und dem Kind somit die Möglichkeit, sie kennenzulernen und Erfahrungen mit ihr zu sammeln.

Ein Drängen ist nicht hilfreich im Bindungsprozess. Er kann nicht beschleunigt werden. Deshalb ist es sinnvoll, sich nicht darauf zu verlassen, dass die neue Bindung zwischen Kind und Betreuer innerhalb der vorgesehenen Eingewöhnungszeit  stark genug ist.  Eltern sollten ein Zeitpolster für die Eingewöhnungszeit einplanen.

Mit familienfreundlichen Arbeitgebern kann besprochen werden, welche Möglichkeit des Wiedereinstiegs nach der Elternzeit es gibt. Langsames Aufstocken der wöchentlichen Arbeitszeit oder die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten sind zwei Möglichkeiten. Eltern können auch frühzeitig dafür sorgen sich ein Netzwerk aufzubauen, um Unterstützung in der Eingewöhnungszeit zu bekommen. Eine grundlegende berufliche Neuorientierung ist ebenfalls denkbar.

Fremdbetreuung

Die familiären und persönlichen Bedingungen von Eltern sind ganz unterschiedlich. Fremdbetreuung wird aus unterschiedlichen Gründen benötigt. Der Start von Fremdbetreuung  nach dem ersten Lebensjahr wird in der Regel beeinflusst durch gesetzliche Regelungen der Elternzeit, dem gesetzlichen Anspruch auf Fremdbetreuung, finanzielle Aspekte und der Art, wie Eltern selbst aufgewachsen sind.

Es gibt Familien, die Fremdbetreuung als Entlastung benötigen.

Die Kontakte zu anderen Kindern lassen sich auch außerhalb von Betreuungseinrichtungen organisieren.

Ich wünsche mir für Kinder Eltern, die mutig genug sind, ihren eigenen und selbstbestimmten Weg zu entdecken. Ich erlebe bei vielen Familien, dass dies nicht einfach, aber durchaus möglich ist.

Das kann die Betreuungseinrichtung tun

Wie kann eine Betreuungseinrichtung ihre Rahmenbedingungen so gestalten, dass sie dem Bindungsbedürfnis von Kindern entgegen kommen?

Wenn die Bezugserzieherin die Eingewöhnungszeit zuverlässig begleiten kann, erleichtert das die Bindung. Gibt es in der Einrichtung viele Erzieher, kann es durch wechselnde Dienstpläne zu Unterbrechungen kommen.

Zu bedenken ist weiterhin, wie viele Kinder die Betreuungsperson außer dem Eingewöhnungskind begleitet? Denn auch die anderen Kinder brauchen die Erzieherin.

Wie viele Kinder werden gleichzeitig eingewöhnt? Sich zusätzlich zu den bereits eingewöhnten Kindern zuverlässig einem neuen Kind und seinen Eltern zuzuwenden und dabei aufmerksam und offen zu sein, ist eine enorme Leistung. Der tägliche Zeitraum in dem Kind und Eltern zur Eingewöhnung in der Einrichtung sind, sollte nicht zu lang sein. So kann die Bezugserzieherin in der ersten Zeit wirklich zuverlässig auf das neue Kind eingehen.

Die Bedürfnisse der Betreuer sind wichtig

Es kommt weniger auf eine schicke Gestaltung der Einrichtung an oder darauf, welches Material und welche zusätzlichen Angebote zu Verfügung stehen. Wichtiger ist es, dass die Betreuer in der Lage sind, mit den Herausforderungen im Betreuungsalltag gut umzugehen. Verständnisvoll für Eltern, zugewandt zu Kindern und gut für sich selbst sorgend, denn es braucht viel Energie, die Kinder einen ganzen Tag zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben. Betreuern brauchen die Möglichkeit sich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich zu entwickeln. In meinen Augen ist es wichtig die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass die Betreuer gut für ihre eigenen Bedürfnisse sorgen können.

Das sorgen für die Erfüllung eigener Bedürfnisse fängt mit dem Toilettengang von Betreuern an und hört bei Ruhephasen im Krankheitsfall  und bei anderen personellen Engpässen nicht auf. Das die Bedingungen dafür in  Einrichtungen umgesetzt werden, dafür braucht es nicht ausschließlich finanzielle und gesetzliche Rahmenbedingungen, sondern auch verantwortungsbewusste Träger und Pädagogen, sowie Eltern, die sich dafür stark machen.

Kleinere Gruppen sind für Kinder und Betreuer überschaubarer. Einige Eltern entscheiden sich daher für die Tagespflege. Auch hier ist es wichtig, dass die Betreuung von einer Person übernommen wird, welche es gut schafft ihre eigenen Bedürfnisse mit denen der Kinder und Eltern zu vereinbaren.

Schulstart

In unseren Schulen ist es in der Regel nicht vorgesehen, dass Kinder von ihren Eltern über einen gewissen Zeitraum begleitet werden. Oft ist ein Kennenlernen der Schule, der Räumlichkeiten und der zukünftigen Klassenlehrer an Schnupper- oder Hospitationstagen möglich. Auch bei älteren Kindern reicht das oft nicht aus, um eine Bindung aufzubauen. Manche Eltern haben die Möglichkeit ihr Kind vor dem Schulstart in den Hort oder die ergänzende Betreuung zu begleiten. Das ist jedoch nicht in jeder Einrichtung möglich. Außerdem wird die ergänzende Betreuung von anderen Personen begleitet als der Unterricht. Freie Schule gehen mit der Eingewöhnungszeit flexibler um, das hängt jedoch vom Schulkonzept ab.

Bereits am Anfang des Artikels habe ich beschrieben, dass Kinder Bindungssicherheit brauchen, um lernen zu können. Welche Herausforderung ist es für Kinder, wenn sie mit Schulbeginn in eine völlig neue Umgebung kommen! Neue Erwachsene, neue Kinder, neue Räume, neue Abläufe, neue Regeln. Damit allein haben sie schon viel zu bewältigen und zu lernen. Aber der Lehrplan sieht noch weitaus mehr vor.

Je nach Persönlichkeit können einige Kinder diese Herausforderungen besser bewältigen als andere. Ich wünsche mir im Sinne der Kinder sehr, dass ihr Bedürfnis nach Sicherheit durch Bindung auch in den Schulen viel deutlicher wahrgenommen wird. Das wird nur gelingen, wenn sich Eltern und Pädagogen dafür stark machen.

Aus meiner Sicht können einige Probleme die bei Schulbeginn auftauchen, dadurch bereits abgemildert werden.

Fazit

Abschließend möchte ich zusammenfassen: eine bindungsorientierte Eingewöhnung ist bereits bei Kindern im Vorschulalter nicht selbstverständlich und im Schulalter in den seltensten Fällen vorgesehen. Bindung ist ein grundlegendes Bedürfnis von allen Menschen. Fehlende Bindung führt zu Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten. Wenn Menschen das Vertrauen darauf fehlt, dass sie bekommen können, was sie benötigen, macht ihnen das auch im Erwachsenenalter zu schaffen. Viele Menschen sorgen nicht ausreichend für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse und werden sogar krank. Aufgrund der Erfahrung, dass eigene Bedürfnisse nicht erfüllt sind, können sie die Bedürfnisse anderer ebenso wenig wahrnehmen.

In meinem beruflichen und persönlichen Umfeld habe ich viele Pädagogen und Eltern kennenlernen dürfen. Die Entwicklung der Kinder liegt ihnen am Herzen. Gemeinsam können wir unsere Lebenswelt und unsere Zukunft so gestalten, dass sie den Bedürfnissen aller Menschen gerecht wird. Davon bin ich überzeugt.

Mit meiner Arbeit möchte ich Eltern dabei unterstützen, dass Vertrauen das ihre Bedürfnisse wichtig sind, für sich selbst zurück zu erlangen. Und somit ihren Kindern ebenfalls eine gesunde Entwicklung ermöglichen.

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Kommentare
  • Danke für diesen Artikel. Er kommt genau richtig für uns, steht doch die Eingewöhnung unseres Sohnes in den Kindergarten ab August an. Einen Fehlversuch hatten wir letztes Jahr, als er zwei war. In der Einrichtung hat sich deutlich keine der beiden Pädagoginnen für die Eingewöhnung zuständig gefühlt. Er wurde hier und da ein wenig von einer der Praktikantinnen betreut und ansonsten sehr sich selbst überlassen. Und nach vier Tagen gab es Riesenärger mti der Einrichtungsleitung, warum ich noch da sei. Die Eingewöhnung hatten sie just in dem Jahr abgeschafft, da viele Kinder ja schon an Fremdbetreuung gewöhnt seien. Es wäre eine kalte Ablösung gewünscht gewesen und alles andere „passte nicht ins Konzept“.
    Gut, es war nicht notwendig, dass er fremdbetreut wird, und wir haben ihn noch ein Jahr daheimbehalten, das für uns alle sehr wertvoll war.
    Nun starten wir mit etwas gemischten Gefühlen Versuch zwei, in einer anderen Einrichtung. Wir sind jedoch alle in dem Jahr enorm gereift und ich denke, es wird nun klappen. Einige Ideen nehme ich noch aus Deinem Artikel mit. Wir haben immer noch viel Zeit. Ich werde ihn aber dieses Mal ermutigen, auf die Erzieher und Kinder zuzugehen und habe vor, selbst passiver bleiben. Dieses Mal gibt es auch eine Art Fahrplan, den ich letztes Jahr völlig vermisst habe.
    Mein Plan ist schon, ihn relativ bald für kurze Zeit alleine dort zu lassen und dann langsam zu steigern, bis er den ganzen Vormittag bleibt. „Fremd“betreuung an sich kennt er schon lange, aber eben bei vertrauten Personen und intensiver 1:1 Betreuung. Die vielen Kinder und der neue Rhythmus könnten ihm etwas zu schaffen machen. Aber wir sind zuversichtlich und ich denke, dass wir nun auch alle wirklich bereit sind für diesen großen Schritt.

    Danke Dir noch einmal für den inspirierenden Artikel zur rechten Zeit! Die Eingewöhnung ist wirklich ein wichtiges Thema und es ist schade, dass manchen Familien vielleicht nicht die Wahl bleibt, die wir hatten. Das Wohl der Kinder sollte wirklich an oberster Stelle stehen!

  • Liebe Sabine,
    danke, dass du deine Erfahrung hier teilst! Ich finde es toll, wie du beim letzten Eingewöhnungsversuch mit der Situation umgegangen bist. Du hattest zum einen die Möglichkeit, deinen Sohn noch länger zu Hause zu betreuen. Dennoch ist es deine Entscheidung gewesen, reflektiert mit der Situation umzugehen und die Möglichkeit noch ein weiteres Jahr selbst zu betreuen, zu nutzen. Ich wünsche euch für die Eingewöhnung im August alles Gute! Du wirst deinen Sohn sicher gut unterstützen <3

  • Was für ein wunderbarer Artikel! Ich finde es als Mutter von zwei Kleinen Kindern so wichtig, das man sich Zeit für die Eingewöhnung nimmt! Heute ist alles so schnelllebig, so hektisch und gerade bei den Kleinsten sollte man sich die Zeit nehmen und ich wäre sogar bereit gewesen einen Urlaub dafür zu opfern, wenn mein Kind das gebraucht hätte. Bei meinem Großen habe ich mir soviel Zeit genommen, wie er gebraucht hat.Ich habe ihm die Entscheidung gelassen, mir zu sagen: … Mama, du kannst nach Hause gehen, ich schaff das….. ! Ich weiß, mittlerweile ist es Luxus sich Zeit zu nehmen, aber wir als Team (Mama & Sohn) haben im Nachhinein viel Zeit gewonnen. Warum? Ganz einfach, wir hatten nie dramatische Abschluss-Szenen, mein Sohn musste nie von mir weggezerrt werden und er hat kein einziges Mal im Kindergarten geweint. Bei meinem zweiten Kind werde ich es genauso machen, denn es hat meinem Kind geholfen Vertrauen zu den Betreuern aufzubauen um das wichtige Band zu knüpfen. Und die Kinder haben Spaß wenn Sie in den Kindergarten gehen, oder fremdbetreuut werden müssen.

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